Schlagwörter

, , , , , , , ,

Dass mensch, wenn es heiß ist, irgendwie ständig zur Pulle neigt, ist ja irgendwie nicht verwunderlich. Man schwitzt mehr, also wird auch das Bedürfnis größer, wieder Flüssigkeit zuzuführen.

Aber wieviel ist eigentlich normal?

Wasserkaraffe - stilles Wasser - EssmuffelinIch war nie die große Trinkerin, und ich habe schon länger den Verdacht, dass diese gefühlten anderthalb Liter, die ich im Schnitt tagsüber maximal trinke, erheblich zu wenig sind. Durstgefühl? Nada.

Nun folge ich auf Facebook Stefano Vicinoadio, und als der neulich erklärt hat, jetzt, wo er gezielt und heftig Sport zu treiben beginnt (mit Coach und nach Abstimmung mit seinen Ärzten, immerhin war er fast tot) 6-8 Liter pro Tag trinken zu wollen, hat das in einem Ausmaß in der Fangemeinde besorgte Wellen geschlagen, dass er ziemlich angep…t war. Stefano ist ein großer, breiter Kerl mit einem momentanen Kampfgewicht von 136 kg (oder schon drunter). Sechs Liter pro Tag wären bei dem eine Flüssigkeitsaufnahme von etwa 45 ml/kg Körpergewicht. Acht Liter entsprächen knapp 60 ml/kg.

Auf der Suche nach empfohlenen Werten bin ich ziemlich bald bei der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.) gelandet, ich glaube, da kommen die meisten Zahlen, die zitiert werden, ursprünglich her. Wenn man sich die dort veröffentlichten Daten ansieht (hier und hier) kommt man für Erwachsene auf 30-35 ml/kg Wasseraufnahme durch Getränke und feste Nahrung. Demnach sollte Herr und Frau 75-kg-Mustermann pro Tag ca. 2,6 Liter Flüssigkeit aufnehmen und Stefano 4,75 Liter. Ohne Sport und alles.

Ich war auch verunsichert, ob acht Liter (schon eine Hausnummer!) nicht zuviel sind und ob der Körper das abkann. Ja, kann er. Der gesunde Körper (keine Nierenprobleme, keine Herzinsuffizienz) kann bis zu zehn Liter pro Tag ab. Wichtig ist, über den Tag verteilt gleichmäßig zu trinken, denn der Darm (der das Wasser aufnimmt, nicht der Magen) verträgt pro Stunde 500-800 ml.

Den Vogel abgeschossen hat mal wieder Hans-Georg vom Zaubertrank Hamburg, der für bis zu 60 ml Flüssigkeit pro kg Körpergewicht plädiert. Das bedeutet für Herrn und Frau Mustermann 4,5 Liter pro Tag. Wenn man jetzt diese Menge trinken will, macht Hans-Georg eine ganz einfache Rechnung auf. Wer acht Stunden pro Nacht schläft, ist 16 Stunden wach. Also: 4,5 l / 16, macht 280 ml pro Stunde. Das sei ein großes Glas Wasser pro Stunde, und das könne mensch ja wohl schaffen. Und dann kam der Satz, bei dem es bei mir „klick“ gemacht hat: „Genauso, wie ein Automotor ölgelagert ist, ist der menschliche Körper wassergelagert.“

Fazit: Heißt für mich, es ist besser, den Körper nicht dicht an dem absoluten Minimum Flüssigkeit zu fahren, was ich zweifellos lange Zeit gemacht habe, nach dem Motto „Was rausgeht, muss auch wieder rein, aber auch nicht mehr“. Ich habe angefangen, erheblich mehr zu trinken, und lebe jetzt nach der 1-Glas-pro-Stunde-Methode. Es fällt mir nicht leicht, aber ich habe schon am ersten Tag das Gefühl gehabt, dass es mir sehr gut tut, auch darüber war ich überaus erstaunt. Mal sehen, was kommt.

Zum Schluss die obligatorische medizinische Warnung: bitte nicht unkritisch einfach nachmachen, ich übernehme keinerlei Verantwortung, wenn etwas, was mir guttut, bei euch böse in die Grütze geht. Das gilt in diesem Fall besonders dann, wenn ihr auch nur den leisesten Verdacht habt, dass ihr Nierenprobleme habt (bzw. in irgendeiner Form chronisch krank seid), dann befragt den Arzt eures Vertrauens! Also vorher den Verstand einschalten und/oder den Arzt, Apotheker oder die Großmutter befragen – was ich nämlich alles nicht bin.

Advertisements